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Geschichte

(freundlichst zusammengetragen von Dr. Hans-Joachim Schorat, Eckardtstraße 20, unter Verwendung von Materialien des Naumburger Stadtarchives)
 

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Die Eckardtstraße befindet sich am südwestlichen Stadtrand von Naumburg, ist genau 289 Meter lang und verbindet den Flemminger Weg mit der Kösener/Weimarer Straße. Ihre Anwohner unterteilen die Straße (augenzwinkernd) in drei Abschnitte:
               die oberste Eckardtstraße
               die gehobene Eckardtstraße
               die untere Eckardtstraße

Namensfindung
Die Eckardtstraße erhielt ihren Namen im Jahre 1888. Als Namensgeberin wurde Frau Rosine Eckardt, eine bürgerfreundliche Wohltäterin Naumburgs, auserwählt.

In einer amtlichen Mitteilung der Stadt, veröffentlicht im „Naumburger Kreisblatt” aus dieser Zeit, heißt es dazu: „Die Straße, die am sogenannten ,Hundegalgen’ in der Entstehung begriffen ist, beantragt der Magistrat ,Johannisstraße’ zu nennen; dieser Antrag wird abgelehnt und dafür der des Stadtverordneten Herrn Oxford angenommen, die Straße ,Eckardtstraße’ zu nennen - aber nicht in Erinnerung an den Gründer Naumburgs, den großen Markgrafen Ekkehard, sondern zu Ehren der durch ihre vielseitige Wohlthätigkeit rühmlichst bekannten Frau Witwe Eckardt hier, deren gemeinnützigem Beispiele hoffentlich noch viele folgen würden. Ein weiterer Antrag, die Straße nach den ,über Jena und Camburg’ gekommenen Hussiten zu benennen, ist dadurch erledigt”.
Die Wertschätzung gegenüber der löblichen Mitmenschlichkeit von Frau Eckardt gab also im Abstimmungsverhalten der Stadtverordneten den Ausschlag - ein ob seiner moralischen Lauterkeit bis heute vollauf zu akzeptierender Ratsbeschluss.

Aus der Fülle des wohltätigen Wirkens von Frau Eckardt sei ein Beispiel herausgegriffen, das im bereits zitierten Kreisblatt wie folgt mitgeteilt wurde: „Heute Vormittag fand in aller Stille die feierliche Einweihung des von der Frau Rosine Eckardt geb. Becker hier in der Eckardtstraße für alternde bedürftige und würdige Frauen und Jungfrauen gestifteten Frauenheims statt. Der Pastor Möring weihete nach dem Singen des Liedes ,Lobe den Herren’ das Gebäude, seiner Weiherede Sacharja 8 V. 19 zugrunde legend, in Gegenwart der neuen Hausgemeinde, der Handwerker und Erbauer... und übergab es damit, den Wünschen der edlen Spenderin entsprechend, den ersten Bewohnerinnen. Mit einem Dankgebet, in welchem ganz besonders der gütigen Stifterin gedacht wurde, und dem Liede ,Nun danket alle Gott’ schloß die schöne Feier. - In freundlichen hellen Räumen haben im Gebäude 10 alte Frauen Unterkunft gefunden, möge ihnen ein friedlicher Lebensabend beschieden sein und die hochherzige Spenderin sich noch recht lange ihrer zahlreichen und großen Stiftungen erfreuen”.

Die Namensgeberin der „Eckardtstraße” nahm übrigens noch neun Jahre am Werden und Wachsen der nach ihr benannten Straße teil.

Sie starb 1897.

In dem ihr gewidmetem Nachruf hieß es: „Heute (05. Januar) verschied hochbetagt Frau Rosine Eckardt hier, allbekannt als außerordentlich freigebige Helferin im Dienste der Kirche, der Schule und wohlthätiger Anstalten aller Art. Weit über unsere Mauern hinaus erstreckten sich ihre Stiftungen. Ihre Majestät die hochselige Kaiserin und Königin Augusta zeichnete die Verstorbene bereits aus und vor wenigen Jahren wurde sie mit dem Luisenorden geschmückt. (Naumburger Kreisblatt v. 07.01.1897)”.

Allerdings - und das sei an dieser Stelle hervorgehoben - mit der berühmten Stifterfigur Ekkehard, des einstigen Markgrafen von Meißen und Begründers der Stadt Naumburg, hat die Eckardtstraße - wie leider nach wie vor von nicht wenigen, insbesondere Ortsfremden, angenommen - nichts zu tun.

Entwicklung

Die Eckardtstraße war zum Zeitpunkt ihrer Entstehung Ende des 19. Jahrhunderts verständlicherweise nur spärlich bebaut. Rechts und links der Straße gab es große Freiflächen - meistenteils als Gärten oder Wiesen genutzt.

Zum konkreten Stand der Bebauung findet sich im 1889 herausgegebenen „Adreß- und Geschäftshandbuch für Naumburg a.S.” zur Eckardtstraße folgende Eintragung

Naumburg Bauverein für Arbeiterwohnungen.

  • 1 Rößler, Schriftsetzer
  • 2 Bernsdorf, Korbmachermstr.
  • 3 Kathner, Handelsm.
  • 4 Hager, Handarb.
  • 5 - 10 Bauplätze
  • Mehr Gebäude gab es zu diesem Zeitpunkt also nicht.

Die vorgesehenen Bauplätze 5 - 10 wurden aber zügig bebaut und weitere kamen im Verlaufe der Jahre hinzu. Inwieweit allerdings der im Adressbuch ausdrücklich erwähnte „Bauverein für Arbeiterwohnungen” an diesen Vorhaben hat mitwirken können, lässt sich nicht mehr nachvollziehen.

Der eigentliche Ausbau der Eckardtstraße, sowohl hinsichtlich der heute anzutreffenden Gebäude als auch der Straße selbst, vollzog sich nachweislich jedoch erst ab Anfang der dreißiger Jahre. Im Adressbuch der Stadt Naumburg aus dem Jahre 1930/31 sind beispielsweise die heutigen Gebäude mit den Hausnummern 11 - 22, darunter die von 12a bis 12e, noch als Baustellen ausgewiesen.

Laut besagtem Adressbuch gab es um 1930 herum in der Eckardtstraße etwa 60 Haushalte, dabei oftmals aus unverheirateten bzw. verwitweten Einzelpersonen bestehend. Beruflich waren die meisten Anwohner als Angestellte oder Beamte tätig bzw. befanden sich bereits in Pension.

In der Eckardtstraße existierte zu diesem Zeitpunkt ein Lebensmittelgeschäft, Inh. Herta Sommerburg, sowie eine Brauerei (Hartung & Berthold), zu diesem Zeitpunkt allerdings bereits als Lagerhaus, später als Weinkelterei bzw. Weinlager genutzt.

In den Jahren 1937/38 hatte sich dann die Anzahl der Haushalte, nicht zuletzt durch die zwischenzeitlich erfolgte Bebauung der Grundstücke mit den Hausnummern 11 - 22 sowie weiterer Gebäude, auf über 100 erhöht, darunter allerdings wiederum sich häufig aus Einzelpersonenhaushalten zusammensetzend. Über Familien mit Kindern oder eine annähernde Kinderzahl in der Straße lassen sich keine genaueren Angaben finden.

Das seinerzeitige Baugeschehen in der Straße wurde vornehmlich durch die Firma des Architekten und Bauunternehmers Hugo Weber vorangebracht.

Insgesamt kann gesagt werden, dass die Eckardtstraße ab etwa Mitte der dreißiger Jahre ihre noch bis heute anzutreffende Bebauung abgeschlossen hatte - von späteren Modernisierungen und Gebäudeerweiterungen selbstredend abgesehen

Einwohner

Nicht uninteressant ist die Zusammensetzung der Einwohnerschaft während dieser Zeit.

Im Anschriftenbuch der Stadt Naumburg (Saale), 78. Ausgabe, 1939 / 40 finden wir zu den Bewohnern der Eckardstraße folgende Eintragungen:

(Anmerkung: In Klammern stehen u.a. Einwohner, die in andere Städte verzogen sind sowie die jeweils bewohnten Stockwerke/Nebengebäude)

  • Eckardtstraße 1: Kuhnt, Rentner; Fr. Kuhnt; Inh. H. Sommerburg, Lebensmittel, Sommerburg, Kaufm. (0)
  • Eckardtstraße 2: ( Frau Rößler); Rößler, RbLokführer; Weinert, Schlosser (H)
  • Eckardtstraße 3: (O. Volkmann, Dresden-Cotta); Bormann, Witwe (0); Lorenz, Rentner (1); Schuhmann, Korrektor (S); König, Maurer (H)
  • Eckardtstraße 4: Hager, Frau (1); Werner, Schlosser (1); Hager, Maurer (S2); Wagner,RbArbeit.
  • Eckardtstraße 5: Lauterbach, Rentner; Hildebrandt, SchneidMstr.; Schröder, Rentner (S); Rackowitz, Kaufm. (H)
  • Eckardtstraße 6: Beyer, Witwe (1); Beyer, Schriftsetzer (0)
  • Eckardtstraße 7: Baumgärtner, Gärtner
  • Eckardtstraße 8: (Frau Dr. Heinrich, Moritzplatz 1); Hofrock, Frl. (0); Heineck, Witwe (0); Herzau, Frl. (0); Bielig, Frl. (0); Hoffmann, Ww. (0); Müller-Höche, Frl. (0); Redmann, Witwe (1); Kretzschmar, Frl. (1); Burkhardt, Ww. (Ghs); Grunert, Malergeh. (Ghs)
  • Eckardtstraße 9: (Fr. A. Herrigt); Häfemeier, Betr.Arb. (0); Herrigt, Tischler (1)
  • Eckardtstraße 10: Hager, Frl., Rentn. (0); Ziegler, Dachdecker (0); Lietz, Korrektor (1); Reichmann, Arbeiter (2); Schreiner, Klempner (2)
  • Eckardtstraße 11: Freund, Werkmstr. i.R.; Jost, Frl.; Kluge, Ww., Rentn.; Lange, Schmied (2); Gleichmar, techn. Angestellter
  • Eckardtstraße 12: Schmidt, Ww., Malergesch.; Müller, Privatmann
  • Eckardtstraße 12a: Schmehl, Stadtinspektor
  • Eckardtstraße 12b: (Schönherr, Hall.Str. 47); Graßhoff, Baumeister (0); Stöcker, Mittelschullehrer; Könitzer, Bau-Ing. (2)
  • Eckardtstraße 12c: (Frau Löblich) Löblich, Reisender (0); Gebhardt, techn. Lehrerin
  • Eckardtstraße 12d: Degen, Kaufmann (0); Degen, Ww. (1)
  • Eckardtstraße 12e: (Weschke, Eisenach) Butter, Zahlmeister (0); Haser, RegBauinsp. (1)
  • Eckardtstraße 13: Schmidt, HptlehrersWw.; Stoll, Oberförster a.D.
  • Eckardtstraße 14: Rößler, Buchdrucker
  • Eckardtstraße 15: Martin, Werkmeister
  • Eckardtstraße 16: Landes, VollzBeamt. a.D.
  • Eckardtstraße 17: Sklenka, Buchhändler
  • Eckardtstraße 18: Klöppel, Zimmermann; Hunger, VerwAssist. (1); Röder, Witwe (2)
  • Eckardtstraße 19: Preuß, Buchhalter
  • Eckardtstraße 20: Kayser, kfm. Angest.
  • Eckardtstraße 21: Kupler, Schneidermstr. ; Reißhauer, Schriftsetzer
  • Eckardtstraße 22: Kühn d. Jg. Tapezierer; Kühn d. Aelt, Leunaarb.
  • Eckardtstraße 22a: Drews, Friedr., Schneidermeister (0); Drews, Fritz, Schneidermeister
  • Eckardtstraße 23: (Engelhardt, Borsdorf) Wottrich, Gerichtskassenkurator a.D. (0); Hagendorf, PostbetrWart; Friedrich, JustOInsp. a.D.
  • Eckardtstraße 24: Doye, TelAssist. a.D. (1); Thieme, Frl. Rentnerin; Büchner, Angestellter (2)
  • Eckardtstraße 25: Loth, Witwe (0); Reichen, Frl., Lehrerin; Ecke, Privatmann (2); Ecke, Witwe (2)
  • Eckardtstraße 26: (Frau Zehe, Almrich) Wolf, Zolldirekt. a.D.(0); Kirchner, Postinsp. a.D.; Holzknecht, Erster StrAHauptwachtmeister (2)
  • Eckardtstraße 27: Messerschmidt, MittelschullehrersWw.(1); Groebler, Owm.d.JustVollzAnst; Groebler, BürgermstrsWw.; Messerschmidt, Lehrerin; Marx, Monteur (2)
  • Eckardtstraße 28: Knabe, LehrersWw. (1); Heinicke, Lehrer (0); Gollmick, Dr.phil., Biol.
  • Eckardtstraße 29: Helbig, Stadtsekr. a.D.; Helbig, Architekt (1); Müller, Rentner (2)
  • Eckardtstraße 30: Bach, Privatmann (0); Adolph, Schneidermstr. (1); Beer, Böttcher u. Bootsbauer (2)
  • Eckardtstraße 31: Hartung % Berthold, Weinkelterei u. Lagerh.
  • Eckardtstraße 32: (Geschwister Lanz, Berlin) Lanz, LGRatsWw.
  • Eckardtstraße 33: Trippenbach, Geschäftsführerin; Trippenbach, Pfarrer a.D.; Fischer, SanitätsratsWw.
  • Eckardtstraße 34: Stephan, Arbeiter; Hansen, Zahlmeister
  • Eckardtstraße 35: Jüttner, Autoverm.; Enders, WehrmAng.; Büschel, Frl. Volkspfleg.
  • Im ersten „Nachkriegsadressbuch“ der Stadt Naumburg aus dem Jahre 1949/50 (Herausgeber: Der Rat der Stadt Naumburg / Nachrichtenamt) zeigt sich die Einwohnerschaft in der Eckardtstraße - wie übrigens allerorts - bereits stark verändert.
    Besonders augenfällig trat die infolge der Kriegsnachwirkungen personell angewachsene Wohnraumbelegung hervor. In vielen Wohnungen war es über Jahre eng geworden. Oft war es der Fall, das ganze Etagen von mehreren Parteien, meist Einzelpersonen oder kinderlose Paare, bewohnt waren. Besonders in den Stadtvillen der oberen Eckardtstraße war diese Praxis der Wohnraumbelegung anzutreffen.

     

Namensumbenennung

Nicht unerwähnt soll bleiben, dass die Eckardtstraße Ihren 1888 erhaltenen Namen über einige Jahre auch verloren hatte.
1938 nämlich - als mehrere Straßen Naumburgs nach Wegbereitern des III. Reiches umbenannt wurden, traf es auch die auf die einstige Wohltäterin Rosine Eckardt zurückgehenden Eckardtstraße.
Zeitgeistbedingt erhielt sie den Namen „D i e t r i c h - E c k a r t - S t r a ß e”

Damals von einem Teil der Anwohner möglicherweise gar nicht so richtig wahrgenommen, blieb doch rein „umgangssprachlich” die bisherige Eckardtstraße die Eckartstraße, wenn nunmehr auch ohne den Buchstaben „d”.

Zur vorgenommenen Namensänderung wurde im amtlichen „Anschriftenbuch der Stadt Naumburg (Saale), 78. Ausgabe, 1939/40” folgende Begründung gegeben: „Dietrich-Eckart-Straße. Benannt 1938 nach Dietrich Eckart, dem bahnbrechenden Dichter des Nationalsozialismus. Geb.22.3.68 Neumarkt, gest.26.12.1923 Berchtesgaden an den Folgen der über ihn wegen Beteiligung am Hitlerputsch verhängten Gefängnishaft.”

Die gegenüber der bisherigen Namensgeberin gültige Wertschätzung musste nunmehr „neuen” Maßstäben weichen - insofern hatte der scheinbar „kleine Wegfall” des Buchstaben „d” letztlich doch eminente Bedeutung. Aber bekanntlich gab es auch in späteren Jahrzehnten immer wieder Straßenumbenennungen, was sicher den allgemeinen Schluss zulässt, dass jede Zeit ihre besonderen Eiferer hat.

Im Umfeld der nunmehrigen „Dietrich-Eckart-Straße” erfolgten aber viele weitere Namensänderungen. So erhielten der angrenzende Flemminger Weg die Bezeichnung „Adolf-Hitler-Straße”, die heutige Fröbelstraße den Namen „Wilhelm-Frick-Straße” und die bis dahin noch unbenannte Utastraße, im Volksmund bis dahin allgemein „Hakenstraße” genannt, den Namen „Willibald-Knoll-Straße”. Zur Namensgebung der Knollstraße, der heutigen Utastraße, wurde im bereits genannten Anschriftenbuch z. B. Folgendes ausgeführt:
„Benannt 1938 nach dem im Kapp-Putsch 1920 für Freiheit und Ehre gefallenen Mitkämpfer der Einwohnerwehr Willibald Knoll. (Hakenstraße, verbindet Adolf-Hitler-Straße mit Dietrich-Eckart-Straße. Ist nur einseitig bebaut.)”

Die „gute alte Eckardtstraße”, zu diesem Zeitpunkt übrigens genau fünfzig Jahre alt, hatte also, ebenso wie ihre Nachbarstraßen, eine „Umwertung aller Werte” erfahren! Ob allerdings der einstige Naumburger Denker Friedrich Nietzsche, von dem ja dieser Gedanke der „Umwertung aller Werte” ursprünglich stammt, das so gemeint haben könnte, darf getrost verneint werden.

Natürlich wurden nach dem Ende des III. Reiches die 1938 vorgenommenen Straßenumbenennungen wieder rückgängig gemacht bzw. korrigiert.

Im „Aushang Nr. 88 vom 12. März 1946 der Stadt Naumburg” finden wir die vom damaligen Oberbürgermeister als Ortspolizeibehörde für Naumburg verfügten Straßennamenänderungen - über sechzig an der Zahl - amtlich ausgewiesen.

Damit fand auch die 1938 verordnete Verbannung der ursprünglichen Eckardtstraße aus dem Naumburger Straßennamensverzeichnis ihr glückliches Ende.

Kurioses

Im Zusammenhang mit der Um- bzw. Rückbenennung der Straßen verbindet sich aber in bezug auf die „Utastraße” ganz offensichtlich eine bisher weitgehend unbemerkt gebliebene Kuriosität:

Dass die „Willibald-Knoll-Straße” nämlich den Namen „Utastraße“ erhielt, ist ganz augenfällig darauf zurückzuführen, dass die behördlichen „Namensgeber” von der Annahme ausgingen, bei der Eckardtstraße handele es sich um eine Verbindung zu der allbekannten Stifterfigur Markgraf Ekkehard und nunmehr müsste man auch der im hiesigen Dom beheimateten Stifterfigur Uta eine Straße widmen. Die gezielt gewählte unmittelbare Nachbarschaft der beiden Straßen - analog dem Nebeneinander der beiden Stifterfiguren im Dom - kann dabei kein Zufall gewesen sein, denn im Zuge der 1946 erfolgten Umbenennung von Straßen hätten sich für die Würdigung der Uta durchaus repräsentativere Möglichkeiten geboten.

Aber: Irrtümer sind ja menschlich, und dieser Irrtum - sollte es einer gewesen sein (???) - ist für die Eckardtstraße letztlich ein Gewinn - denn den Ekkehard im Dom kennt jeder - die Wohltäterin Rosine Eckardt kennen dagegen nur wenige.

So ist es halt im Leben - der Namensbezug von Straßen macht da keine Ausnahme.